Die Ostergeschichte:
|
ihre langen Ohren besonders sauber gewaschen. Alle saßen sauber und gesittet in der Runde. Sie warteten, bis der älteste und weiseste Hase die Versammlung eröffnete. Er sprach wie immer zuerst von allen möglichen Dingen, daß das Gras in dieses Frühling besonders schön groß und grün sei, die Vögel alle wieder ihre Nester bezogen hätten und dass man der alten Hasenoma, die auf dem großen Hügel wohnte, helfen müsse, einen neuen Bau zu graben, da ihr alter schon an verschiedenen Stellen eingebrochen war. Das war ja alles gut und schön, aber sie waren doch alle so gespannt, wann er endlich zum Hauptthema kommen würde, wer in diesem Jahr der Osterhase sein durfte. Endlich war es soweit. Die Hasen wagten kaum noch, Luft zu holen, um ja nichts von den Worten ihres Oberhasen zu verpassen. Ihre Ohren zitterten vor lauter Aufregung. Nach einer kleinen Pause, in der er in die Runde blickte, fing er zu sprechen an. "Meine lieben Hasen, " sagte er, "wir wollen es in diesem Jahr einmal ganz anders machen, wir werden das Los entscheiden lassen, wer Osterhase wird. Da gibt es wenigstens keinen Streit und alle Hasen haben die gleiche Chance. Wie ihr seht, habe. ich hier einen großen Korb, in dem die Lose liegen und es gibt nur einen Hauptgewinn. Dann sind darin noch ein paar kleine Gewinne und wer die zieht, darf dem Osterhasen bei seinen Vorbereitungen auf das Osterfest helfen." Die Hasen waren mit seinem Vorschlag einverstanden und hoppelten nun alle, schön der Reihe nach zu dem Korb, um ein Los herauszunehmen. Nach und nach legte sich die Aufregung und viele saßen schon mit herabhängenden Ohren da, denn sie hatten die Nieten gezogen. Plötzlich rief Hops, ein junger aufgeweckter Hase: "Ich habe ,ich habe, ich bin der Osterhase" Er wurde in die Mitte des Kreises gerufen und setzte sich dort ganz glücklich und stolz hin. Nach und nach kamen die kleinen Gewinner zu ihm, die ihm helfen sollten und setzten sich zu ihm. Die Versammlung war damit beendet und die Hasen hoppelten nach Hause. Unser Hops besprach noch mit seinen Helfern, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen wollten und dann trennten auch sie sich. Kaum war Hops in seinem Bau angekommen, dachte er über die Vorbereitungen nach. Er hatte zwar gehört, daß der Osterhase die Eier legt, aber so richtig hatte ihn das bisher nie interessiert. Nun erst merkte er, daß er gar nicht wußte, wie man das nacht. Er legte sich in sein Bett und drückte aus Leibeskräften. Aber so sehr er sich auch bemühte, es wollte ihm nicht gelingen, ein Ei zu legen. Irgend etwas machte er falsch. Inzwischen war das Osterfest immer näher gekommen und Hops war noch kein Stückchen vorangekommnen. Da ging er zu seiner Hasenmutter und fragte sie um Rat. "Ach du dummer Junge!" lachte sie, "Hasen legen doch keine Eier." Sie sind nur verantwortlich, daß bis zum Osterfest alles in Ordnung ist, alle Eier schön bunt bemalt sind und auch Zucker-. und Schokoladeneier besorgt wurden. Die Eier mußt du dir von den Hühnern erbitten. Na, wenigstens wußte unser Hops nun, daß auch die anderen Hasen, die Osterhasen waren, ihre Eier nicht selbst gelegt hatten und das beruhigte ihn sehr. Er holte seine Helfer zusammen und sie bauten in aller Eile einen Wagen, auf dem sie die Eier transportieren wo1lten.Äls der Wagen fertig war, polsterten sie ihn mit Gras und Blättern schön weich aus, damit die Eier auf dem Wege nicht kaputt gingen. Dann wurden Farben gekauft und bald. schon saßen alle um einen großen Tisch und malten Eier an. Die schönsten Farben hatten sie zusammengemischt und manche Eier bekamen auch noch bunte Muster. Sie hatten vor lauter Eifer ganz heiße Ohren bekommen und ihre Gesichter und Pfoten waren ganz mit Farbe bespritzt. Sie sahen selbst fast wie. bunte Eier aus. Aber das störte sie nicht, denn sie waren glücklich, weil alles so gut klappte. So vergingen die Tage voller Arbeit und mit jedem Tag schien die Sonne etwas wärmer. Die ersten Osterglocken und Frühlingsprimeln läuteten im Garten schon das Osterfest ein, als das letzte Ei, schön bunt bemalt, in den Eierwagen gelegt wurde . Alles war zur rechten Zeit fertig geworden. Nun mußte der Osterhase schnell noch die Eier ausfahren und überall im Gras und in den Büschen verstecken., denn am nächsten Tag war Ostern und alle Kinder würden doch gleich früh ihre Ostereier suchen gehen. Endlich war auch diese letzte schwere Arbeit beendet. Unser Hase Hops war so müde, daß er nur noch den einen Wunsch hatte, auch mal richtig auszuruhen. Er war ja auch die halbe Nacht auf den Beinen gewesen, damit kein Kind vergessen wurde. Er hoppelte nach Hause‚ legte sich hin: und schlief sofort fest ein. Seine fleißigen Helfer aber hockten versteckt unter den Büschen, um zu sehen, ob die Kinder sich auch über die schönen Ostereier freuten, mit denen sie sich so viel Mühe und Arbeit gemacht hatten. Sie sahen inzwischen auch wieder wie richtige Hasen aus ‚ohne bunte Farbflecken und niemand hätte vermutet ‚ daß sie so fleißig gewesen waren, damit es ein schönes Osterfest wird. Wenn ihr ganz schnell unter einen. Busch schaut, könnt ihr, wenn ihr Glück habt, vielleicht noch eins der Häschen forthuschen sehen. |