Die Schüler
lauschen den Erklärungen von Ingrid Dorschner (im Hintergrund Ehemann
Johannes) Foto: Achim Kuhn
Wir können wohl gar nicht mehr anders"
Ehrenamt Ingrid und Johannes Dorschner pflegen liebevoll kranke Igel.
| VON KLAUS
ADAM
WITTENBERG/MZ - Eine
Rasselbande ganz anderer Art haben Ingrid und Johannes Dorschner an diesem
Vormittag zu betreuen. Zwar auch klein von Wuchs, aber doch nicht ganz
sao folgsam wie ihre stacheligen Zöglinge. Dennoch haben die „Igeleltern“
auch diese zweibeinigen Kleinen gern, finden sie doch nur durch deren Neugier
die Hoffnung genährt, dass die Kinder künftig mit etwas offeneren
Augen durch die Natur streifen. Wenn sie nicht eh nur vor dem Computer
oder dem Fernseher sitzen. Kinder aus der Wittenberger Diesterweg-Grundschule
sind es dieses Mal, die etwas über die Igel erfahren möchten.
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verschiedene Sorten Futter anzurühren: Milch für die
Kleinsten, Reisflocken mit Dosenfutter vermischt durch ein Sieb passiert
für die etwas größeren. Und die schon erwachsenen Igelchen
bekommen
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Dorschner. Während sie für die praktische Versorgung
der possierlichen Tiere zuständig ist, kümmert sich Johannes
Dorschner als Vorsitzender des Vereins der Igel-freunde um den Verwaltungskram.
Durchaus möglich, sagt er, "dass unsere Einrichtung die größte in Deutschland ist“. Zeitweise war er sogar Vorsitzender von mehreren Igelvereinen. Doch überall werden die Vereine von Nachwuchssorgen gequält. Das ist in Wittenberg nicht anders. Sponsoren sind sehr wichtig, aber genauso wichtig sind Leute, die sich Tag für Tag um die kleinen Geschöpfe kümmern. Und die fragen nicht nach Wochenende oder Feiertag. Seit ihrer Schulzeit engagieren sich Dorschners im Kulturbund. Was aber mancher Igelfreund nicht weiß: Dorschners haben in Wittenberg auch den Karneval mit aus der Taufe gehoben. Bis 1985 ein Bühnenwitz dem lustigen Treiben ein Ende setzte. Auf die seinerzeit durch Reservistendienate dezimierte Elferrats-Ministerreihe weisend sagte er damals: „Lieber bei Hoffmann stehen als bei Mielke sitzen“. Fortan hatte die Liebe zur Natur bei Dorschners wieder mehr Raum. Die im übrigen auch schon mehrmals durch Preise und Urkunden gewürdigt wurde. Unter anderem durch den Landes-Naturschutzpreis, kurz nach der Jahrtausendwende. |