| Vorwort: Ein Igelkenner sagte einmal.“ Nicht jeder Igel braucht
Hilfe, aber jede Hilfe muß richtig sein!“ Um richtig helfen zu können,
sollten zwei Aspekte beachtet werden:
a) die Biologie des Igels b) der Igel ist ein Wildtier Als Wildtier muß er, bei einer eventuell berechtigten Entnahme aus der Natur, dieser wieder zurückgegeben werden (BNatSchG §20 f). Die Wortkombination „mein Igel“ gibt es daher nicht! Um dem Igel richtig helfen zu können, müssen die biologischen Besonderheiten bekannt sein und beachtet werden. Im folgenden soll versucht werden, an Hand biologischer Fakten das richtige Handeln abzuleiten und verständlich zu machen. |
| Biologie des Igels | Maßnahmen des Betreuers | |
| Vorkommen, Lebensraum, Lebensweise
System: Säugetier/ Ordnung Insektenfresser |
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| Nahrung: Bodeninsekten und deren Larven,
Würmer, Schnecken, nestjunge Mäuse und Bodenbrüter, Ans, süßes Obst und Pflanzen-teile ( mehr zufällig) |
Fleischnahrung (Hunde- o. Katzennahrung aus Do-sen) Obst als Beikost (Vitamine). Wasser — niemals Milch (tödliche Durchfälle), auch kein Brot. Fleischhack Rosinen, Nußbruch, Sonnen-blumenkerne mit Schale, ungewürztes Rührei Schnecken und Würmer (sind jedoch Zwischenwirte von Lungen- und Darmwürmem) | |
| Vorkommen: Siedlungsraum des Menschen (Kulturfolger) Hecken, Gebüsch, ortsnahe Waldränder, Holzstapel, Scheunen, Gärten | Genügend Unterschlüpfe im Garten - igelfreundlich.
In der Wohnung: Auslaufkasten(z.B. Karton) mit Schlafhäuschen (als Füllmaterial geknüllte oder ge-schredderte, saugfähige Zeitung)- bei dieser Art der Unterbringung Fülimaterial wegen Feuchtigkeit oft wechseln. |
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| Zeit der Nahrungssuche: Dämmerungs- und nachtaktiv | Nahrungsaufnahme nachts - selten am Tage (allenfalls bei großem Hunger) Schläft am Tage - für Ruhe sorgen. | |
| Feinde: Dachs, Fuchs, Marder, Ratte, Nachtgreife, Hunde! | Gesicherte Schlafstätten, Hunde beaufsichtigen | |
| Gewicht/Größe: 800 —1 5OO g; 24-28 cm
bei Geb.: 15—25g; ca 5-6 cm |
Igel sind „gute Fresser“ — Überfütterung vermeiden- | |
| Stachelkleid: 6000 — 8000 | Stachelverlust deutet auf Vitaminmangel hin | |
| Sinnesorgane: Augen schlecht, Geruch
und
Gehör sehr gut (bes. hohe Töne) |
Lärmarme Umgebung wichtig | |
| Lautäußerung: Zwitschern,
Pfeifen, Keckem
Fauchen |
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| Lebenserwartung: etwa 4— 8 Jahre | Kein Unterschied bekannt, ob in der Natur oder menschlicher Obhut überwintert | |
| Nest: Winternester und Kinderstuben ordent-lich und gut isoliert, Schlaf- oder Tages-nester unordentlich | Uberwinterung im Haus — siehe oben | |
| Paarungszeit: Juli/August | ||
| Trächtigkeitsdauer: ca 35 Tage | Erste verwaiste Nestjunge ohne Mutter Juli bis September | |
| Anzahl der Jungen: 4—6 (auch mehr) -Zweitwürfe nicht bewiesen - Spätwürfe, (klimatisch bedingt) | Bei Einzelfunden nach Geschwistern suchen Funde September/Oktober (auch November) | |
| Winterschlaf: fressen sich bis
zum Herbst Fettreserven an. Herabsetzen der Körperfunktionen. Herzfrequenz:
von 180 auf 8 Schläge/Min. Atemfrequenz: von 40-60 auf
3-4 mal/Min.
Temp.: von 36 ° auf 5°C. Verlust an Körpergewicht: bis 30 %. Erwachen nur sehr langsam |
Überwinterung: für Schlafmöglichkeiten
sorgen.
Im Freien: gut isolierte Schlafhäuser, Im Haus: Auslaufkarton mit Schlafhaus. Ruhe! Konstante Temperatur: 4-6 °C |
| Krankheiten: hauptsächlich Innenparasiten
(Lungen- und Darmwürmer) |
Igelerfahrener“ Tierarzt! - Jungigel unter 300g
nicht entwurmen. Bei größeren Tieren Parasitenart durch Kotprobe feststellen und gezielt behandeln. Erwachsene, gesunde Tiere werden mit Parasiten selbst fertig |
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| Außenparasiten: Zecken, Flöhe | Zecken mit Zeckenzange entfernen. Gegen Flöhe
Spray (Kopfschützen, auch Behausung behandeln) |
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| Infektionen | Behandlung durch Tierarzt | |
| Befall: Fliegeneier und - maden | sorgältig ablesen |
| Nachwort
Bei der Betreuung von Igeln Naturschutz-, Tierschutz - und Artenschutzgesetz beachten! Gefährdete Tiere: kranke, geschwächte, verletzte, verwaiste Tiere - sie sollten aufgenommen und betreut werden ( auch gegen anderslautende Empfehlungen mancher ~Naturschutzorganisationen, Tierärzte oder Wildbiologen). Wo finden Sie Rat und Hilfe? Verein: Igelfreunde Sachsen Anhalt e.V. (ISA) ; J. Dorschner,. Erich~Mühsam-Str. 7 ; D - 06886 Lutherstadt Wittenberg Tel/Fax: 03491-612776 und 033747-60649 Internet: www. igelratgeber.de, Der Verein sind als besonders förderungswürdig
anerkannt-- Spenden und Beiträge sind steuerlich abzugsfähig.
© ISA J. Dorschner - 2003
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